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Sicherung außer Haus

Eine Sicherung im eigenen Sicherungsordner schützt vor versehentlichem Löschen und vor einem kaputten Update. Gegen Brand, Diebstahl oder einen Plattenausfall hilft nur eine Kopie an einem anderen Ort – die „1“ der 3-2-1-Regel. Seit Version 0.142 bringt das DMS jede Sicherung auf Wunsch selbst dorthin und prüft, dass sie heil angekommen ist.

Welcher Weg passt?

Du betreibst das DMS … Kopie außer Haus über …
auf einem NAS mit Sicherungs-App (Synology Hyper Backup, QNAP Hybrid Backup Sync …) die App des NAS – sie kopiert den Sicherungsordner, siehe Speicherort. Ein Paket brauchst du nicht.
mit einer Netzfreigabe (SMB/NFS) eines anderen Geräts im Haus ein Docker-Volume: Binde die Freigabe als Sicherungsordner ein (/data/sicherung). Das ist eine zweite Platte, aber noch nicht außer Haus.
auf einem Raspberry Pi, einem gemieteten Server oder bei einem Anbieter ein Paket: Sicherungsziel WebDAV für Nextcloud, viele NAS und viele Hoster.

Ein Paket für S3-kompatible Speicher (Stufe 2) ist geplant; SFTP und FTPS gibt es nicht (SFTP bräuchte direkten Netzzugang für Pakete, FTPS ist veraltet – Ziele mit FTPS können meist auch WebDAV).

So läuft es ab

  1. Zuerst lokal: Das DMS sichert wie immer in den Sicherungsordner – schnell und unabhängig vom Netz. Nie schreibt es direkt auf das Ziel; ein langsames oder fehlendes Netz verhindert keine Sicherung.
  2. Danach im Hintergrund: Das Paket bekommt das Ereignis Sicherung fertig, liest die verschlüsselte Datei in Stücken und lädt sie in Teilen hoch. Bricht das Netz ab, macht es beim nächsten Versuch an der letzten Stelle weiter (Wiederholungen nach 1, 5, 30 Minuten, 2 und 6 Stunden). Die lokale Sicherung bleibt davon unberührt.
  3. Prüfen: Das Paket vergleicht die Kopie mit der Prüfsumme (SHA-256) der Sicherung – je nach Ziel über die Prüfsumme des Servers oder durch Zurücklesen – und meldet das Ergebnis.

Neben die Datei legt das Paket eine schlanke Metadaten-Datei (.json): Dateiname, Größe, Prüfsumme, Zeitpunkt und Fingerabdruck des Schlüssels – ohne Namen, Versionen oder Zähler. Damit lässt sich die Kopie wiederherstellen.

Lokal wird nichts gelöscht, weil die Kopie angekommen ist. Lokal heißt schnelle Wiederherstellung, außer Haus heißt Schutz bei Verlust des Geräts – beide haben ihre eigene Aufbewahrung. Ist der Platz knapp, wähle unter Zeitplan und Aufbewahrung Lokal nur die neueste behalten. „Lokal keine“ gibt es bewusst nicht: Sonst hinge jede Wiederherstellung am externen Speicher – gekündigt, voll, gesperrt oder das Netz weg. Eine Sicherung, deren Kopie gerade läuft, bleibt stehen, bis sie angekommen ist (höchstens 2 Tage).

Anzeige und Hinweise

Unter Werkbank → Sicherung steht je Sicherung in der Spalte Wo, was es von ihr gibt:

Anzeige Bedeutung
lokal · extern wartet / läuft (… %) Die Kopie ist angestoßen bzw. unterwegs.
lokal · extern geprüft Am Ziel angekommen, Prüfsumme bestätigt (vom Server oder durch vollständiges Zurücklesen).
lokal · extern geprüft (Stichprobe) Größe und Stichproben zurückgelesen – bei großen Sicherungen; einmal im Monat liest das Paket vollständig.
lokal · extern hochgeladen, Größe bestätigt Das Ziel bestätigt nur die Größe, zurücklesen geht nicht (z. B. eine Dateiablage).
lokal · extern fehlgeschlagen Mit Grund im Titel, z. B. „Passwort falsch“ oder „Speicher voll“.

Der Abschnitt Außer Haus nennt das Ziel und die letzte Kopie. Die Übersicht der Werkbank zeigt einen Hinweis, und alle Administratoren bekommen eine E-Mail je Vorfall, wenn

  • eine Kopie endgültig fehlgeschlagen ist (Prüfsumme am Ziel falsch, Anmeldung abgelehnt, nach allen Wiederholungen aufgegeben) oder
  • seit mehr als 2 Tagen keine neuere Sicherung außer Haus angekommen ist.

Die E-Mail nennt nur das Ziel, nie Zugangsdaten. Ein einzelner Fehlversuch, den die nächste Wiederholung behebt, steht nur in der Werkbank.

Das Notfallblatt nennt das Ziel (Paket und Adresse) ohne Passwort, dazu den Satz: Der Schlüssel der Werkbank liegt nicht auf dem Ziel – ohne ihn ist die Kopie wertlos. Lade es nach dem Einrichten neu herunter.

Einrichten mit „Sicherungsziel WebDAV“

  1. Werkbank → Pakete, Sicherungsziel WebDAV installieren. Die Vorschau zeigt die Rechte: Die verschlüsselte Sicherung lesen, um sie außer Haus zu kopieren – kann sie nicht öffnen und Reagiert auf: Eine Sicherung ist fertig.
  2. In den Einstellungen des Pakets Adresse, Benutzer, Passwort und Ordner eintragen und speichern; die Adresse bestätigst du – nur dorthin darf das Paket ins Netz. Das Passwort speichert das DMS verschlüsselt und zeigt es nicht mehr an.
  3. Verbindung testen – mit den gespeicherten Angaben, nie mit einer Adresse aus der Anfrage.
  4. Jetzt sichern und in der Spalte Wo zusehen, wie die Kopie ankommt.

Einzelheiten zu Nextcloud, Hostern und NAS stehen im README des Pakets.

Löschschutz gegen Erpressersoftware

Übernimmt jemand dein DMS, kennt er auch die gespeicherten Zugangsdaten des Ziels. Damit er die Kopien außer Haus nicht löschen oder überschreiben kann, gib dem DMS so wenig Rechte wie möglich – und räume am Ziel selbst auf:

  • Nextcloud – Dateiablage (empfohlen): Lege einen Ordner an und gib ihn als Dateiablage frei (Freigabe per Link → Nur Hochladen / File drop). Eine Dateiablage kann hochladen, aber nicht auflisten, lesen oder löschen. Trage den Link als Adresse ein, das Kennwort der Freigabe (falls gesetzt) als Passwort. Nachteil: Zurücklesen geht nicht – die Anzeige sagt dann ehrlich „hochgeladen“ statt „geprüft“. Der Papierkorb und die Versionen einer normalen Nextcloud schützen dagegen nicht: Derselbe Zugang kann sie leeren.
  • Normaler WebDAV-Zugang (Nextcloud-Benutzer, Hoster, NAS): darf immer auch löschen. Nimm einen eigenen Benutzer nur für die Sicherungen, mit Zugriff nur auf diesen Ordner, und aktiviere am Ziel – wo vorhanden – Versionierung oder Schnappschüsse, die dieser Benutzer nicht löschen kann (z. B. Schnappschüsse des NAS, Snapshots beim Hoster).
  • Alte Sicherungen extern löschen ist im Paket aus. Schaltest du es ein, braucht der Zugang Löschrechte – und genau das hebt den Schutz auf. Besser: Aufbewahrung am Ziel einstellen (Lebensdauer-Regel, Aufräum-Regel des NAS) oder ab und zu von Hand aufräumen.
  • S3-kompatible Speicher (sobald es das Paket gibt): einen eigenen Zugang nur mit PutObject (und HeadObject/GetObjectAttributes zum Prüfen), ohne DeleteObject; am Bucket Object Lock mit Aufbewahrungszeit und eine Lebensdauer-Regel zum Aufräumen. Geprüft wird über x-amz-checksum-sha256 – das Ziel rechnet selbst nach. Das ist der sauberste Löschschutz.

Was das Paket sieht und darf:

  • nur die verschlüsselte Datei der Sicherung aus seinem Ereignis und die schlanken Metadaten – nie den Schlüssel, nie Inhalte, nie andere Dateien des Sicherungsordners;
  • ins Netz nur zur bestätigten Adresse, ohne Weiterleitungen auf andere Hosts;
  • am Ziel listet es nichts auf und räumt nichts auf, solange du Alte Sicherungen extern löschen nicht einschaltest.

Die Sicherung ist mit AES-256-GCM verschlüsselt und als Ganzes geprüft: Wer nur die Datei hat, kann sie weder lesen noch unbemerkt verändern.